Die Schwierigkeiten der deutschen Frauenbewegung

Nach der Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins und vor allem nach Erscheinen der deutschen Übersetzung des Buches „Subjection of Women“ von John Stuart Mill und des Buches „Für und Wider die deutschen Frauen“ von Fanny Lewald-Stahr begann eine lebhafte Diskussion über die Gleichstellung der Frauen. Gegner der Frauenbewegung waren zum einen die Männer, die teilweise mit wissenschaftlichen Untersuchungen und Argumenten die Unfähigkeiten der Frauen zu beweisen glaubten, aber auch viele Frauen, die an der „männlich orientierten Welt“ nichts auszusetzen hatten. Da die Frauen zu jener Zeit politisch rechtlos waren, konnten nur die Männer bestimmen, ob Reformen zugunsten der Frauen durchgeführt wurden oder nicht. Am stärksten wurden sie in den Bundesstaaten Preußen und Bayern behindert, in denen eine „Verordnung über die Verhütung eines die gesetzliche Freiheit und Ordnung gefährdenden Missbrauchs des Versammlungs- und Vereinigungsrechts“ erlassen wurde. Die Frauen waren somit auf das Wohlwollen der Männer angewiesen. Auch die finanzielle Abhängigkeit der Frauen von ihren Ehemännern (der Ehemann bestimmte über das Vermögen und den Verdienst der Ehefrau) sowie die Erziehung der Frauen (als erstrebenswerte Tugenden galten „Unschuld, Sanftmut, Bescheidenheit, Artigkeit, Schamhaftigkeit und ein freundliches aufgeheitertes Wesen“) erschwerten die Aktivitäten der Frauenbewegung.