Internationale Einrichtungen zur Gleichstellung der Frau

11975 organisierte die UN unter dem Einfluss der neuen Emanzipationswelle eine Weltkonferenz in Mexiko über „Die Rolle der Frau in der nationalen und internationalen Gesellschaft“. Der Zeitraum 1975 bis 1985 wurde zur „Dekade der Frau“ erhoben und ein globaler Aktionsplan zur Verbesserung der Stellung der Frau erarbeitet. Im Sommer 1980 wurde erneut eine UN-Weltkonferenz einberufen, um die ersten fünf Jahre dieser Dekade zu bewerten. Dabei wurde festgestellt, dass zwar bestimmte Fortschritte zu verzeichnen waren, aber in einigen Entwicklungsländern sich die Lage der Frauen sogar verschlechtert hatte. Es wurde daher eine Konzentration auf bestimmte Bereiche für die nächsten fünf Jahre beschlossen, so die Verbesserung der sozio-ökonomischen Rolle der Frau, die Verbesserung der Stellung der Frau im Bildungs- und Gesundheitswesen, die Verbesserung des Rechtsstatus der Frau und die Einführung von Sonderaktionen zugunsten besonders benachteiligter Gruppen von Frauen. Die Frauendekade ging 1985 mit einem Weltkongress in Nairobi zu Ende. Hier wurde festgestellt, dass das Ende des Frauenjahrzehnts erst der Anfang zu Gleichberechtigung von Frau und Mann und zur Umsetzung der Dekadeziele Gleichheit, Entwicklung und Frieden darstelle, aber gleichzeitig auch für die Interessen der Frauen weltweit sensibilisiert habe. In der Folgezeit organisierte und organisiert die UNESCO immer wieder Tagungen und Workshops über Probleme der Benachteiligung von Frauen und ihre Überwindung und bringt Wissenschaftlerinnen, Politikerinnen und in der Verwaltung beschäftigte Frauen aus den verschiedensten Ländern zusammen.

Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) hatte bereits 1957 den Art. 119 in ihren Vertrag aufgenommen, der besagt: „Jeder Mitgliedstaat wird während der ersten Stufe den Grundsatz des gleichen Entgelts für Männer und Frauen bei gleicher Arbeit anwenden und in der Folge beibehalten.“ Hier ging es zunächst nicht um eine Verbesserung der sozialen Lage der Frau in der Europäischen Gemeinschaft, sondern um die Korrektur von Wettbewerbsverzerrungen durch unterschiedliche Bezahlung. Im Zuge der neuen Frauenbewegung wurde jedoch dieser Artikel vielfach zur Forderung nach gleich hohen Löhnen herangezogen und beim Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaft (EG) mit Erfolg eingeklagt. Ab 1975 verabschiedete das Parlament der EG dann eine Reihe von neuen Richtlinien zugunsten der Frauen, so die Richtlinie über „Gleiches Entgelt“ (1975), über „Gleichbehandlung im Beschäftigungssystem“ (1976) sowie über „Gleiche soziale Sicherheit“ (1976). 1979 setzte das Europäische Parlament eine Ad hoc-Kommission „Rechte der Frau“ ein, die am 11. Februar 1981 ihren Bericht vorlegte. Ihre Aufgabe war es, die Rechte der Frauen in den Ländern der EG zu vergleichen, zu katalogisieren und zu analysieren und eine Parlamentsdebatte über die Stellung der Frau vorzubereiten. Mit dem Bericht wurde dem Parlament ein Instrumentarium einer Politik zur Verbesserung der Position der Frau vorgeschlagen. Der Kommissionsbericht wurde durch das Plenum des Europäischen Rates angenommen.