Einfügen

Ein Bauvorhaben ist innerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils zulässig, wenn es sich „in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt“.

Die prägende Wirkung ergibt sich aus dem Gesamtbild der Umgebung. Ist diese einheitlich, trägt die Einheitlichkeit; ist sie diffus, dann trägt die Unterschiedlichkeit.

Ein Vorhaben fügt sich in der Regel dann ein, wenn es sich innerhalb des aus seiner Umgebung hervorgehenden Rahmens hält. Hiervon gibt es Ausnahmen in zwei Richtungen: Zum einen fügt es sich trotz Einhaltung des Rahmens dann nicht ein, wenn es an der gebotenen Rücksichtnahme auf die sonstige, d. h. vor allem auf die in seiner unmittelbaren Nähe vorhandene Bebauung fehlen lässt. Zum andern kann sich ein Vorhaben auch dann einfügen, wenn es den aus seiner Umgebung abgeleiteten Rahmen überschreitet (was im Regelfall zur Unzulässigkeit des Vorhabens führt); es kommt dann darauf an, dass das Vorhaben im Verhältnis zu seiner Umgebung „harmonisch“ ist, also weder selbst noch in einer nicht auszuschließenden Vorbildwirkung geeignet ist, bodenrechtlich beachtliche und damit bewältigungsbedürftige Spannungen zu begründen bzw. auszulösen oder vorhandene Spannungen zu erhöhen bzw. zu verstärken, durch welche die gegebene Situation verschlechtert, gestört, belastet oder in Bewegung gebracht wird.

Hinsichtlich der Sicherung der Erschließung gelten im unbeplanten Innenbereich dieselben Maßstäbe wie im Geltungsbereich eines qualifizierten Bebauungsplanes.

Autor: Ralf Bitterwolf Drucken voriges Kapitel
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