Bezirksverband Pfalz und seine Bedeutung – einzigartig, regional, demokratisch

Lässt man die 200-jährige Geschichte des Bezirksverbands Pfalz Revue passieren, dann wird schnell deutlich: Dieser höhere Kommunalverband ist einzigartig in Rheinland-Pfalz, der in der Region einiges in Bewegung gebracht hat und bringt. Ob unter den Franzosen, den Bayern oder als Teil des Bundeslandes Rheinland-Pfalz – die Pfälzer haben mit dem Bezirksverband Pfalz eine Institution der Selbstverwaltung und Selbstbestimmung, die Ihresgleichen sucht. Demokratisch legitimiert, agiert der Bezirksverband Pfalz auf regionaler Ebene und stellt so ein gemeinsames Sprachrohr für die Pfälzer dar, die sich oft genug nur als West- oder Vorderpfälzer verstehen. Der Bezirksverband Pfalz ist die einzige Klammer, die die pfälzische Region in ihrer Ganzheit umschließt; damit kommt ihm als Identitätsstifter eine besondere Bedeutung und Verantwortung zu. Und dies war bereits zur Zeit seiner Entstehung der Fall.

Nachdem die Franzosen im ausgehenden 18. Jahrhundert das linksrheinische Gebiet neu ordneten und durch die Bildung von Départementalräten die totale Zersplitterung aufhoben, entstand 1816 nach dem Wiener Kongress und der Eingliederung ins bayerische Königreich erstmals die Pfalz als einheitliches Gebiet. Die bayerischen Machthaber zeigten Fingerspitzengefühl im sogenannten „Bayrischen Rheinkreis“ und ließen den Pfälzern ihre von den Franzosen installierte Volksvertretung, den Landrath der Pfalz, später Bezirkstag Pfalz genannt. Dieser ersten, wenn auch bescheidenen Volksvertretung, die aus 20 Abgeordneten bestand, waren einige Erfolge vergönnt: beispielsweise wurde das metrische System beibehalten, eine Konsumsteuer abgewendet und die Maut verringert. Viele liberale Abgeordnete des Landraths traten denn auch im Umfeld des Hambacher Festes im Jahr 1832 in Erscheinung und übten offen Kritik an den herrschenden Zuständen.

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