Einsatz von Geoinformationssystemen in der Kommunalverwaltung

In der Folge stand die Frage im Vordergrund, auf welchem Weg die (digitalen) Geoinformationen des Landes Eingang in die tägliche Arbeit der Kommunalverwaltungen finden können. Der Landkreistag hat aus diesem Grund gemeinsam mit der Fachhochschule Mainz das Pilotprojekt „Implementierung eines Geoinformationssystems (GIS) bei den Kreisverwaltungen in Rheinland-Pfalz“ ins Leben gerufen. Weiterer Projektpartner war der Landkreis Bernkastel-Wittlich. Im Rahmen der Projektinitiative wurde in der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich exemplarisch ein GIS eingeführt. Mithilfe des Geoinformationssystems ist die Verwaltung nunmehr in der Lage, die Geobasisinformationen des Landes „passgenau“ für die eigene Aufgabenerledigung zu verwenden. Dabei wird den Anforderungen des Datenschutzes Rechnung getragen. Die Ergebnisse dieser Projektinitiative und weiterer Folgeprojekte wurden den Schwesterverbänden des Landkreistages - die die Einführung von GIS in ihren jeweils zuständigen Gremien wie z. B. der „Arbeitsgemeinschaft Stadtvermessung“ des Städtetages ebenfalls intensiv begleitet haben - zur Verfügung gestellt. Zwischenzeitlich lässt sich beobachten, dass der Einsatz von GIS in vielen hauptamtlich geführten Kommunalverwaltungen eine Selbstverständlichkeit darstellt.

Ziel der Einführung von GIS in einer Kommunalverwaltung war und ist es, die Aufgabenerledigung transparenter, effizienter und damit bürgerfreundlicher zu gestalten. So hat es ein Mitarbeiter des Bauamtes vielerorts nicht mehr unbedingt nötig, den Bauleitplan im Original einzusehen, sondern kann auf eine digitalisierte Version zurückgreifen. Der „Gang“ zum Kartenschrank entfällt damit. Schnell und zügig kann durch Mausklick im Tierseuchenfall festgestellt werden, welche Höfe sich innerhalb einer Sperrzone befinden. Durch die Überschneidung von Siedlungsstrukturen, Daten zum Artenschutz und zur Windhöffigkeit kann ebenfalls per Mausklick ermittelt werden, wo die Errichtung von Windenergieanlagen möglich und sinnvoll ist. Ein vorhandenes Leitungskataster erleichtert Hoch- und Tiefbauprojekte in der Stadt oder Gemeinde. Weiter kann durch eine Überschneidung mit Daten des Statistischen Landesamtes visualisiert werden, in welcher Gemeinde, in welchem Landkreis, in welcher Stadt der demografische Wandel besondere Wirkung entfalten wird. Die Visualisierung der jeweils zugrunde liegenden räumlichen Daten führt letztlich auch zu einer grundsätzlich höheren Akzeptanz von Entscheidungen der Kommunalpolitik und/oder -verwaltung.

Autor: Jürgen Hesch Drucken voriges Kapitel