Heimat- und Freilichtmuseen

Gerade durch die Beschäftigung der Heimat- und Brauchtumsvereine mit der eigenen Geschichte sind in den letzten Jahren in einer großen Anzahl von Gemeinden Heimatmuseen und Dorfmuseen (z. B. in Gebhardshain/Westerwald oder Kenn an der Mosel)1 entstanden. Diese Heimatmuseen, die zum Teil mit großer ehrenamtlicher Unterstützung geführt werden, verfügen über eine unglaubliche Sammlung von Urkunden, Schriftstücken, Büchern, Möbeln und Gerätschaften der Landwirtschaft und des Handwerks, die einen sehr guten Überblick über die örtliche Historie, die Entwicklung und Veränderungen des jeweiligen Ortes bis in die heutige Zeit zeichnen.

Hinzu kommen viele ergänzende museale Einrichtungen, in denen z. B. berufsständische oder andere Entwicklungen aus der Historie bis in die Neuzeit erklärt werden (wie z. B. in den Besucherbergwerken in Fell an der Mosel, Steinebach an der Sieg oder Fischbach an der Nahe).1 Solche Museen erfordern jedoch zum Verständnis der Darstellungen gut ausgearbeitete museumspädagogische Konzepte und sind deshalb in ihrer Unterhaltung und Vorbereitung, aber auch im Anspruch an notwendige Führungen wesentlich schwieriger zu betreiben.

Vielfach animiert sind die eben beschriebenen musealen Darstellungen durch zwei vom Land Rheinland-Pfalz stark unterstützte sogenannte Freilichtmuseen. Das Freilichtmuseum des Landes in Bad Sobernheim und das Freilichtmuseum Roscheider Hof in Konz legen ihren Schwerpunkt auf die regionale Baukultur und die in den von ihnen wieder aufgebauten Häusern ausgeübten landwirtschafts- und handwerklichen Berufe. Sie erreichen durch die Darstellung bestimmter handwerklicher Techniken und landwirtschaftlicher Produktion, verbunden mit hierzu eingeführten „Tagen der offenen Tür“ eine weitgefächerte Darstellung der Entwicklung und Tradition in Landwirtschaft, Weinbau, Forstwirtschaft, Handel und Dienstleistung über die Jahrhunderte hinweg.

Die stattfindenden Ausstellungen und Tage der offenen Tür sind museumspädagogisch und didaktisch sehr gut aufbereitet. Dies macht diese Museen insbesondere für Familien zu einem Anziehungspunkt, da hier die Entwicklung bestimmter regionaler Strukturen und ihre ständige Veränderung bis in die Gegenwart gerade für Kinder, aber nicht minder oft für Erwachsene, wiedererkennbar wird. Sie sind gleichzeitig „regionale touristische Leuchttürme“.


1)   Der Verfasser hat nur ihm persönlich bekannte Einrichtungen benannt und ist sich bewusst, dass es viele gleichwertige oder höherwertige Einrichtungen in anderen Bereichen von Rheinland-Pfalz gibt.

Autor: Winfried Manns Drucken voriges Kapitel
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