Dorfbüros (Co-Working-Spaces): Verkehrsströme reduzieren

Um die in Rheinland-Pfalz sehr ausgeprägten Pendlerströme zu reduzieren, können Dorfbüros (auch Co-Working-Spaces genannt) die Chance bieten, vor der Haustüre zu arbeiten, anstatt ins Büro zu pendeln. Es ist für Freiberufler und Start-ups, die nicht gleich auf lange Zeit in Räumlichkeiten investieren wollen, genauso interessant wie für Angestellte, die nicht jeden Tag 50 Kilometer und mehr pendeln wollen. Kleine Firmen können Infrastrukturkosten absenken und größere Arbeitgeber haben die Möglichkeit, so Fachkräfte zu gewinnen. Dorfbüros bieten zudem über verkürzte Fahrtzeiten die Chance, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser zu gestalten. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt „Schreibtisch in Prüm“, das von der Entwicklungsagentur und dem Fraunhofer Institut getragen wird, werden in Rheinland-Pfalz künftig weitere Dorfbüros mit Förderung der Entwicklungsagentur eröffnet. In den Räumlichkeiten werden Arbeitsplätze und die passende Infrastruktur, wie Internetanbindung, Drucker, Scanner, Telefon, Fax, Kaffeemaschine, zur Verfügung gestellt, die zeitlich befristet, aber ohne lange Vertragsbindungen und flexibel bei Bedarf genutzt werden können. Neben der Bereitstellung von Räumlichkeiten können Kommunen eine moderierende Rolle einnehmen, den Prozess anstoßen und die Vernetzung mit weiteren relevanten Akteuren wie dem Mehrgenerationenhaus für gemeinsame Vorträge ermöglichen. Über Kooperationen kann die Kinderbetreuung unterstützt werden und gegebenenfalls wären auch Anschubfinanzierungen für das Entstehen von Co-Working-Spaces denkbar.

Autor: Dr. Daniela Franke, Dr. Karl-Heinz Frieden Drucken voriges Kapitel
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